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Stahlerzeugung fällt 2012 ab und soll 2013 sacht wieder steigen

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November 2012 — Essen/D (RWI)– Die Rohstahlproduktion in Deutschland wird 2012 voraussichtlich 3,7 % sinken und im kommenden Jahr bei besserer Konjunktur leicht um 1,5 % steigen. Zu diesem Ergebnis kommt der Stahlbericht des Rheinisch-Westfälisches Instituts für Wirtschaftsforschung e.V. (RWI), Essen. Die weltweite Rohstahlerzeugung wird demnach 2012 und 2013 wohl nur verhalten um 0,7 % beziehungsweise 2,1 % zunehmen. Selbst in China erhöht sie sich kaum. Weltweit dürfte die Auslastung der Kapazitäten unter dieser Voraussetzung gering bleiben und damit der Druck auf die Stahlpreise anhalten. Nachdem die deutsche Rohstahlerzeugung Winterhalbjahr 2011/12 saisonbereinigt gestiegen war, sinkt sie seit März 2012. Dies ist vor allem auf abnehmende Inlandsverwendung zurückzuführen. Zum einen sanken die Ausrüstungsinvestitionen im ersten Halbjahr, und die Investitionen im stahlintensiven Wirtschaftsbau ließen nach. Zum anderen kehrte sich der Lagerzyklus um: Der Stahlhandel reduziert seine Bestände seit Frühjahr deutlich. Da sich die Erwartungen der Unternehmen im September verschlechterten, dürfte sich auch der Lagerabbau bis zuletzt fortgesetzt haben. Die Stahlerzeugung wäre noch stärker zurückgegangen, wären die Stahleinfuhren 2012 nicht gesunken. So wurden in den ersten sieben Monaten dieses Jahres fast 12 % weniger Stahl, darunter gut 9 weniger Walzstahl-Erzeugnisse eingeführt. Dies dürfte zum einen daran liegen, dass die deutschen Investitionen im stahlintensiven Nichtwohnungsbau – der in hohem Maße importierte Langprodukte verwendet – zuletzt deutlich rückläufig waren. Zudem dürfte der Lagerabbau beim Handel stärker zu Lasten der Einfuhren als der inländischen Produktion gehen. Darüber hinaus sind wegen des allgemein niedrigen Preisniveaus die Preisunterschiede zwischen dem europäischen Markt und den Schwellenländern derzeit gering, so dass Importe von außerhalb Europas wenig attraktiv sind. Die Preise haben seit Mitte vergangenen Jahres nachgegeben. Damit stehen die Unternehmen unter Margendruck. Da die Kosten für Stahlrohstoffe stärker fielen als die Stahlpreise, hat sich die Lage indes leicht entspannt. Auf den Märkten im Ausland konnten sich die deutschen Stahlerzeuger trotz Rezession im Euro-Raum behaupten. Insgesamt gingen die Auslandslieferungen in den ersten sieben Monaten 2012 zwar um 0,6 % zurück. Dies war aber auf geringere Ausfuhren von Halbzeug zurückzuführen, also auf Vorprodukte, die insbesondere in deutschen Walzwerken weiterverarbeitet werden. Die Lieferungen von Walzstahl-Erzeugnissen stiegen sogar um 3,5 %, und damit stärker als im Vorjahr. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die deutsche Stahlindustrie bleiben schwierig. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt wird im Winterhalbjahr nur schwach zunehmen, die Produktion der wichtigsten Stahlverwender im Jahresschnitt 2012 wohl um 1,4 % sinken. Etwas stärker dürfte die inländische Stahlverwendung zurückgehen. Erst im weiteren Verlauf des kommenden Jahres ist mit einer Belebung der Konjunktur zu rechnen, sofern sich die Lage im Euro-Raum stabilisiert.

Info: http://www.rwi-essen.de

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