
Von der Fernwartung zur Vernetzung
Online-Service vereinfacht vieles. Die Vorteile liegen auf der Hand. Zum einen kann der Kundendienst gezielt und schneller reagieren als nach telefonischer Diagnose. Zum anderen entfallen Vor-Ort- sowie Reise-Einsatzkosten komplett. Über so genannte virtuelle private Netzwerke (VPN) und aufwändige Verschlüsselung sind sensible Unternehmensdaten geschützt. „Teleservice ist zunehmend gefragt. Bei vielen Kunden ist eine Breitband-Verbindung Standard. So läuft der Aufbau schnell und stabil“, berichtet der Geschäftsführer der Dr.-Ing. K. Brankamp GmbH in Erkrath, Hans-Peter Schneider. Oft seien mehrere Steuerungsrechner aus der Produktion angeschlossen. Die Datensicherheit und Schutz vor Viren und Zugriffen Dritter sei die Voraussetzung für Teleservice. Brankamp setzt VPN und Industrie-Firewalls ein. Das VPN schafft dabei eine Art sicheren Tunnel im öffentlichen Übertragungsnetz. Er ist nach außen abgeschottet, die Daten werden samt und sonders verschlüsselt. So kann der Datenverkehr von außen weder eingesehen noch abgehört werden.
Produktionsdaten zum Frühstück
Die Firewalls beschränken die zulässige Kommunikation auf das gewünschte, notwendige Maß. Der Fernwartungs-Nutzer hat so die Sicherheit, dass nichts ohne Kontrolle passiert. Es ist jederzeit transparent, was an welchen Systemen gerade geschieht. Das Management von Wartungsintervallen oder Reparaturen ist mit dem Brankamp-Teleservice und einer Factorynet-Anbindung leicht handhabbar. Der Techniker kann auf das defekte System über das Internet oder so genannte Peer-to-Peer-Verbindungen zugreifen. Bei letzteren sind die Rechner gleichberechtigt und können sowohl Dienste in Anspruch nehmen als auch zur Verfügung stellen.
Oft wird ein Service vor Ort dadurch entbehrlich. Muss der Kundendienstler dann doch noch ausrücken, kennt er das Problem bereits und ist vorbereitet. Stillstände und auch Wartungskosten sind auf ein Minimum reduziert. Das Eliminieren von Verzögerungen und das Einsparen von Anfahrtskosten rechne sich, unterstreicht Hans-Peter Schneider. Gleichzeitig könne man den Fernwartungszugang als Basis für eine Vernetzung der Fertigung nutzen, für das Factorynet. Dessen Möglichkeiten reichen weit über den Teleservice hinaus und stellt der Fertigungsleitung etwa die Echtzeitdaten aller Maschinen zur Verfügung. Damit lässt sich weiteres Potenzial erschließen und auch der Nutzungsgrad verbessern. „Das kann so weit gehen, dass der Betriebsleiter schon beim Frühstück per SMS über den aktuellen Stand in der Produktion informiert wird – dies alles automatisch“, sagt Schneider.
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