UMFORMtechnik
4/2011 November
Mittelstand hinkt bei der Innenfinanzierung hinterher
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Düsseldorf/D (Kerkhoff) – 62 % der deutschen über 1000 Mitarbeiter starken Unternehmen senken ihr Netto-Umlaufvermögen. Dies hat eine aktuelle Befragung von 501 Top-Entscheidern der deutschen Wirtschaft ergeben, die die Düsseldorfer Kerkhoff Consulting in Auftrag gegeben hat. Ganz anders der Mittelstand: Nur ein Drittel der Firmen unter 250 Mitarbeitern optimiert ihr so genanntes Working Capital. Rund die Hälfte finanziert seine Investitionen mit Fremdkapital. 15 % der Unternehmen tun dieses sogar überwiegend. Jeder fünfte Mittelständler muss für Investitionen in der Hauptsache auf Fremdkapital zurückgreifen. Bei den großen Unternehmen ist es dagegen nur jeder Zehnte. Für die Beschaffung von Kapital nutzen 84 % der mittelständischen Unternehmen vor allem Bankkredite, 21 % finanzieren Investitionen über Gesellschafterdarlehen. Andere Wege der Finanzierung spielen für den Mittelstand kaum eine Rolle. Von den großen Firmen hingegen nutzen nur 57 % Bankkredite zur Kapitalbeschaffung. Jedes zehnte große Unternehmen sammelt Kapital über Anleiheemissionen, 22 % greifen auf Darlehen der Gesellschafter zurück. „Günstiger als sich Geld zu leihen ist es, die Innenfinanzierungs-Kraft zu stärken. Jeder Cent, um den Unternehmen das Working Capital senken können, steht für Investitionen zur Verfügung“, sagt Chef-Consulter Gerd Kerkhoff. Zur Senkung des Netto-Umlaufvermögens konzentrieren sich die Firmen vor allem auf drei Maßnahmen: 94 % setzen auf die Reduzierung ihrer Lagerbestände. Große Unternehmen jenseits 1000 Mitarbeiter nutzen häufiger die Möglichkeit, ihre Forderungen zu reduzieren (79 %), als es bei mittelständischen Unternehmen der Fall ist (55 %). Nur ein Drittel der Mittelständler, die an einer Optimierung des Working Capital arbeiten, erhöhen ihre Lieferantenverbindlichkeiten. Bei den großen Unternehmen ist es fast die Hälfte. Um das Netto-Umlaufvermögen zu senken, gehört die gesamte Wertschöpfung optimiert: vom Einkauf und Wareneingang über die Produktion bis hin zum Absatz der Waren. Bei Anbindung an das IT-System von Unternehmen könne die Bestandssteuerung in die Hände des Lieferanten gelegt werden, sagt Kerkhoff. Oder die Belieferung werde komplett auf Just-in-time umgestellt: Ist die Ware erst im Unternehmen, müsse möglichst rasch produziert werden, um Lagerbestände klein zu halten. Bei der Senkung von Durchlaufzeiten in der Produktion sollten Rüstzeiten minimiert, Laufwege verkürzt und Losgrößen verkleinert werden. „Die Betriebe müssen jetzt anfangen, ihre Finanzen optimal aufzustellen“, betont Gerd Kerkhoff. „Wir raten Unternehmen unabhängig von der konjunkturellen Lage zu prüfen, wie sie ihre Refinanzierungskosten senken können.“
Info: www.kerkhoff-consulting.de
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